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Saturn während eines Umlaufes um die Sonne

Im Fernrohr zeigt Saturn kaum Details auf seiner Oberfläche, aber bis zu fünf seiner Satelliten, wobei in kleineren Instrumenten nur der größte Begleiter Titan sichtbar ist. Am interessantesten sind unbestritten die Ringe.

Die Beobachtungsbedingungen sind nicht gleichbleibend. Die Größe des sichtbaren Planetenscheibchens ist von der Entfernung und der Anblick der Ringe ist von der Neigung abhängig.

Die Entfernung Saturns von der Sonne ist infolge der elliptischen Bahn veränderlich. Während eines Umlaufes um die Sonne variert der Abstand zwischen 1352 und 1502 Mill. km. Die geringste Entfernung von der Erde hat Saturn während der Oppositionen. Vor und nach einer Opposition ist der Abstand Erde-Saturn größer, maximal um einen Erdbahndurchmesser. Saturns Entfernung zur Erde kann Werte zwischen 1193 und 1658 Mill. km annehmen. Davon abhängig schwankt sein scheinbarer Durchmesser zwischen 20 und 15 Bogensekunden.

Der Planetenäquator und die Ringebene sind gegen die Bahn des Saturns um rund 27° geneigt, dementsprechend wandelt sich das Erscheinungsbild des Planeten. Die Bahnebenen der Satelliten befinden sich genähert ebenfalls in dieser Ebene. Nur die Bahn von Japetus weicht um 7.5° ab.

Welche Höhe Saturn über dem Horizont erreicht, ist für die Beobachtungen ebenfalls bedeutsam.

In der folgenen Tabelle sind die obengenannten Einflußgrößen für den Zeitraum von 1995 bis 2025 zusammengestellt, der einen Umlauf Saturns um die Sonne einschließt. Es werden nur Daten aufgeführt, wenn der Saturnäquator größer als 17.4" erscheint. Durch diese Einschränkung wird die Tabelle besonders anschaulich, weil nur die Zeiten um die Oppositionen erfaßt werden und die Anzahl der Daten nicht zu groß wird.

Vergleicht man die Angaben, wird man schnell merken, dass die Beobachtungsbedingungen unterschiedlich günstig ausfallen. Auch die Beobachtungsperioden der Oppositionen sind nicht gleich lang. Auch für die verschiedenen Beobachtungsziele sind die Bedingungen nicht gleichzeitig günstig.

Vorteilhaft ist natürlich, wenn der Planet möglichst groß erscheint und auch hoch über dem Horizont steht. Die Satelliten sind bei kleiner Ringbreite besser zu beobachten. Die Cassinische Teilung des Ringes ist dagegen erst bei größerer Ringbreite sichtbar.

Welche Daten findet man in der Tabelle? In den ersten Spalten sind die Äquatorkoordinaten und die Elongation aufgeführt. 90 Grad minus geografischen Breite des Beobachtungsorte plus Deklination ergibt die Kulminationshöhe. Die mit Perihel überschriebenen Spalten beziehen sich auf Angaben, die sich infolge der elliptischen Bahn ändern. Die erste Spalte l-PI gibt den Abstand vom Perihel in der Bahn an. Anschließend geben die mit Neigung überschriebenen Spalten die Neigungen des Äquators und die scheinbare Größe der kleinen und großen Achse der Ringe an.

Kurze Erklärungen der Symbole finden Sie, wenn Sie diese in der ersten Reihe mit der Maus überfahren.

Alle Daten sind Näherungen, die Genauigkeiten reichen für diesen informativen Zweck aus, sollten aber nicht als Ephemeriden verwendet werden.


 PerihelNeigung
Datum α δ E l - π r Δ φ ØÄ NS NE ØRing mag

Karl-Heinz Bücke
21.09.2004, ergänzt 03.01.2008